oder

Don Jon (2013)

Don Jon's Addiction

US-Komödie von und mit Joseph Gordon-Levitts Regiedebüt über einen modernen Don Juan, der versucht, weniger von seinem Sexdrang besessen zu sein...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.6 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 11 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) ist süchtig - süchtig nach Internet-Pornos! Der ziemlich böse Junge mit dem Gehabe eines Westentaschen-Playboys hat keinerlei Probleme, wunderschöne Mädchen im Schnelldurchgang zu verführen, was ihm bei seinen Freunden bereits den Spitznamen "Don Jon" eingebracht hat. Als er auf Barbara (Scarlett Johansson) trifft, stößt er allerdings zum ersten Mal an seine Grenzen...

Bildergalerie zum Film

Don JonDon Jon's Addiction - Berlinale Pressekonferenz von...rgmanDon Jon's Addiction - Europapremiere von DON JON'S...2013Don Jon's Addiction - Berlinale Photocall von DON...evittDon Jon's Addiction - Europapremiere von DON JON'S...2013Don Jon's Addiction - Berlinale Pressekonferenz von...evitt


Filmkritik

Joseph Gordon-Levitt spielt in seinem Regiedebüt, wie er in der in der Pressekonferenz auf der Berlinale kundgab, einen "amerikanische Archetyp" – eigentlich fast eine Karikatur: Jon Martello ist ein italienischstämmiger Macho in New Jersey, muskelgestählt, Goldkettchen mit Kreuz und zurückgegelte Haaren. Sein Leben hat er vollkommen sexualisiert, von endlosen, ritualisierten One-Night-Stands über sein Auto – selbst der sonntägliche Gang zur Kirche ist ein Akt, bei dem er die obligatorische Beichte seiner wöchentlichen Sünden herunterspult. Die ihm dafür auferlegten Ave Marias reißt er dann nebenbei beim Bodybuilding runter. "Don Jons" eigentliche Obsession ist allerdings nicht Sex an sich, sondern Pornos. Gleich zu Beginn listet er seine gesamten Präferenzen graphisch untermalt auf und erklärt außerdem, warum "Porno immer besser ist, als Pussy", wiederum mithilfe eines Stakkatos von thematisch aufgereiten Internet-Clips, der er die vergleichsweise unbefriedigende Wirklichkeit entgegensetzt.

Die Diskrepanz von dem, wie Sex in Pornos aussieht und wie es sich in Wirklichkeit anfühlt, wird für ihn zum ernsthaften Problem, als er Barbara – eine Rolle, die Gordon-Levitt Scarlett Johannson tatsächlich auf den Leib schrieb – begegnet. In seinem persönlichen Ranking erhält die kurvige Blondine eine "zehn", und das für gleich mehrere Körperteile! Doch auch sie ist auf ein bestimmtes Männerbild fixiert. Eines, das kitschigen Liebesfilmen entspringt. Obwohl er, um sie zu gewinnen, tatsächlich einige seiner Verhaltensweisen ändert, wird er schließlich enttäuscht: Selbst eine komplette Zehn kann mit seinen festsitzenden Bildern nicht mithalten. Und so schleicht er kurz nach dem ersten Sex wieder vor den Computer…

Dass man überhaupt mit einem plumpen Proll wie Jon, der Frauen verbal unbekümmert in nutzbare Einzelteile zerlegt, überhaupt warm wird, ist vermutlich zum Großteil Gordon-Levitts bisherigen charmant-sensiblen Rollenimage aus Filmen wie "Brick", "500 Days of Summer" oder "50/50" zu verdanken. Jons zwanghaftes Verhalten erregt zwar hier und da Mitleid, aber da der Charakter sonst nicht viel zu bieten hat, wirkt er eher wie eine Witzfigur. Überhaupt unterläuft der konsequent ironische Unterton die von Gordon-Levitt verkündete Intention, einen "Liebesfilm" zu drehen. Da Johannson und Gordon-Levitt stark überzeichnete Figuren spielen, liegt es an Julianne Moore, die einzige wirkliche, dreidimensionale Persönlichkeit und damit ein wenig mehr Substanz in den Film zu bringen. Sie taucht als hippieske, sensible Schülerin Esther in einem Abendkurs auf, den Jon ursprünglich nur besucht, um sich damit Barbaras Ideal anzunähern – und sie damit endlich ins Bett zu kriegen.

Gordon-Levitts Anspruch war es, darzustellen wie "Menschen sich gegenseitig objektifizieren", auch außerhalb von Pornos. Und das ist ihm zum Teil auch gelungen – anhand von Barbara zeigt er, dass romantische Hollywood-Chick Flicks ebenso unrealistische Ansprüche an potentielle Partner aufbauen, wie die Hardcore-Industrie. Die wohlwollende Message, die er dann am Ende unterbringt, ist jedoch ein wenig schlicht geraden. Dafür blieb vermutlich auch der Applaus aus.

Fazit: Unterm Strich gelang Joseph Gordon-Levitt mit "Don Jon’s Addiction" ein gewagter, überwiegend spaßiger und streckenweiser origineller Erstling, der leider narrativ nicht völlig ausgereift ist.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Don Jon

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2013
Genre: Komödie
Länge: 90 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 14.11.2013
Regie: Joseph Gordon-Levitt
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt als Jon, Scarlett Johansson als Barbara, Julianne Moore als Esther
Verleih: Ascot, 24 Bilder

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Fritz The Cat
News
Sex! Sucht! Film!
Die 5 bekanntesten Filme zum Thema Sexsucht
Scarlett Johansson
News
Scarlett Johansson findet Pornos ok
"Wie fast alles ist auch das nur eine Frage der vernünftigen Dosierung"
Don Jon's Addiction
News
"Ihr Gesamtbild sprengt die Dimensionen"
Joseph Gordon-Levitt schwärmt von Scarlett Johansson
Das Berlinale-Plakat 2013
News
63. Berlinale, Tag 3
Glamourporno und bluttriefende Liebe




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.