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Der Grinch
Der Grinch
© Universal Pictures International

Kritik: Der Grinch (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Wenige Weihnachtserzählungen für Kinder wurden so häufig verfilmt wie "How the Grinch stole Christmas" von Autor und Comic-Zeichner Dr. Seuss. 1957 erstmals erschienen, zählt das Werk in den USA zu den 100 erfolgreichsten Kinderbüchern aller Zeiten. Die erste filmische Adaption stammt von 1966. Damals verwandelte Chuck Jones die Geschichte in einen Zeichentrickfilm. Bis heute am bekanntesten ist die Realverfilmung von Ron Howard aus dem Jahr 2000, in der Jim Carrey als Grinch zu sehen war. Die Animationen der jüngsten, mit einem Budget von 75 Millionen US-Dollar realisierten 3D-Umsetzung stammen von dem französischen Trickstudio Illumination.

Die neueste Version des Weihnachten abgrundtief hassenden, grünen Zottelwesens ist exakt auf die Sehgewohnheiten einer jüngeren Zielgruppe zugeschnitten, die mit Filmen wie "Pets" oder "Ich – Einfach unverbesserlich" aufgewachsen ist. Heißt: Es wimmelt vor körperbetontem Slapstick-Humor, kindgerechtem Wortwitz, simplen dramaturgischen Einfällen und knuffigen Figuren (das betrifft allen voran Hund Max, aber auch der Grinch wirkt trotz seiner Übellaunigkeit immer noch eher niedlich). Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich "Der Grinch" überdeutlich vom Original entfernt hat. Dr. Seuss übte einst heftige Kritik an der Kommerzialisierung des Festes, dessen (religiöser) Hintergrund und Kerngedanke immer mehr in den Hintergrund gerückt waren.

Von dieser Botschaft und von jener bissigen Kritik ist im etwas zu weichgespülten Animationsfilm nichts mehr geblieben. Betrachtet man das Werk davon losgelöst allerdings als was es ist, ein glattgebügelter Animations-Blockbuster für die Massen, funktioniert er ausgesprochen gut. Daran hat auch die feine Figurenzeichnung ihren Anteil, allen voran die des Grinch, der hier mehr denn je als übellauniger, verbitterter Zeitgenosse erscheint. Sein Missmut zieht sich konsequent durch den Film und sein Charakter wird auch in Form kleinster Details deutlich.

So zeigt ein an der Wand hängendes Bild etwa einen lachenden Max, neben steht der miesepetrig dreinschauende Grinch. Oder wenn Max mit Sahne in den Kaffee des Grinch eben kein lachendes, sondern ein böse blickendes Gesicht malt. Und zu guter überzeugt ebenso die visuelle Gestaltung. Vor allem die detailreiche und fein ausgearbeitete Welt von Whoville begeistert. Darüber hinaus zeugen die Bilder immer wieder von hellster, regelrecht überbordender Farbenpracht, etwa wenn die bunten Weihnachtsbeleuchtungen angehen und die riesigen, aufblasbaren Weihnachtsfiguren vor den Häusern ihre wahre Größe offenbaren.

Fazit: Trotz einer ganz auf die Bedürfnisse der Zielgruppe hin ausgerichteten, glattgebügelten Version der bekannten Geschichte von Dr. Seuss, vermag "Der Grinch" dank einer exakten Figurenzeichnung und der prachtvollen Bilderwelten zu überzeugen.




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