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Kritik: Ready Player One (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der in der Gamer-Welt der nahen Zukunft verortete Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Ernest Cline, der 2010 veröffentlicht wurde. Mit "Ready Player One" verfilmte Regisseur Steven Spielberg, der zuletzt mit dem Polit-Krimi "Die Verlegerin" im Kino zu sehen war, ein Herzensprojekt. Für die Hauptrolle konnte er den 21-jährigen Shooting-Star Tye Sheridan gewinnen, für den es die erste Kinorolle seit dem Antikriegsdrama "Yellow Birds" ist. Die Dreharbeiten fanden in den Warner Bros. Studios in Leavesden und im englischen Birmingham statt. Das Budget belief sich auf rund 175 Millionen Dollar.

Fans nerdiger Popkultur- und 80er-Jahre-Referenzen sowie Freunde berauschender Multiplayer Virtual Reality Games, kommen an Spielbergs neuestem Film nicht vorbei, so viel steht fest. Für diese Zielgruppe liefert der Star-Regisseur etliche gute Gründe, um für den visuell spektakulären Sci-Fi-Thriller ein Ticket zu lösen. An erster Stelle sind hier tatsächlich die liebevoll eingestreuten Fahrzeuge, Figuren und technischen Gimmicks aus vielen bekannten Werken und Medien der 80er-Jahre zu nennen, bei denen die Nerds leuchtende Augen bekommen werden.

Das Gute ist, dass der Regisseur hier allerdings nicht der Verlockung erliegt, ein reines Zitat an das nächste zu reihen, sondern seine Reminiszenzen oft Teil der Handlung werden lässt. Beispiel: der legendäre DeLorean aus den "Zurück in die Zukunft"-Filmen, bei denen Kino-Magier Spielberg in den 80er-Jahren selbst als ausführender Produzent wirkte. In diesem kultigen Gefährt nämlich absolviert die Hauptfigur ein waghalsiges, phänomenales Autorennen voller irrsinniger Einfälle. Diese Sequenz zählt zu den Action-Highlights des gesamten Films. Darüber hinaus erwartet den Besucher u.a. ein Wiedersehen mit ikonografischen Popkultur-Phänomenen wie Freddy Krueger, den beliebten Lightcycles aus "Tron: Legacy", Elementen aus dem Kult-Manga "Akira" oder auch "Mad Max".

Schade ist, dass der Film fast vollständig darauf verzichtet, auf die Gefahren der virtuellen Realität einzugehen. Ein Anliegen des Romans war es nämlich einst, vor der stetig wachsenden Macht der modernen Technologien und vernetzter Online-Welten zu warnen. Spielberg jedoch macht aus "Ready Player One" fast schon eine Huldigung dieser Cyber-Welten. Es fehlt schlicht das Mahnende und Düstere, das eine jede dystopische Zukunftsvision beinhalten sollte. Das gilt nicht zuletzt auch für die Folgen der Überbevölkerung und das Machtstreben profitgeiler Konzerne, Themen, die "Ready Player One" nur beiläufig behandelt.

Fazit: Visuell bestechende, liebevoll umgesetzte und mit allerlei Anspielungen auf die 80er-Jahre gespickte Sci-Fi-Parabel, die jedoch die kritischen, mahnenden Töne der Romanvorlage weitestgehend vermissen lässt.




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