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Kritik: Mary Poppins Rückkehr (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Mary Poppins' Rückkehr" setzt Disney den beliebten Fantasy-Musical-Klassiker "Mary Poppins" (1964) von Robert Stevenson fort, in welchem Julie Andrews als titelgebende Nanny das Leben einer Londoner Familie in den 1910er Jahren veränderte. Auf Basis der Romanreihe der australischen Schriftstellerin P.L. Travers (1899–1996) spinnt das Drehbuch von David Magee die Geschichte des Vorgängerfilms weiter und siedelt die Handlung etwa zwei Dekaden später an: Die Kinder Michael und Jane Banks, um die sich Mary Poppins damals auf einfallsreiche Weise kümmerte, sind nun erwachsen; der verwitwete Michael ist dreifacher Vater. Regisseur Rob Marshall – der mit "Chicago" (2002) und "Into the Woods" (2014) bereits Musical-Erfahrung sammeln konnte – inszeniert das neue Abenteuer ganz in der Tradition des ersten Teils und liefert damit ein nicht allzu innovatives, aber äußerst charmantes Stück Unterhaltungskino.

Der Schauplatz London – und insbesondere der Kirschbaumweg, in welchem das Haus der Familie Banks noch immer steht – wird mit spürbarem Hang zur Nostalgie, jedoch auch mit dem Bewusstsein für die düsterere Stimmung in der Ära der Great Depression eingefangen. Wenn die mit Zauberkräften ausgestattete Mary Poppins während eines Sturms mit ihrem sprechenden Regenschirm an der Schnur eines alten Papierdrachens herabschwebt, hält die Magie Einzug in die Umgebung – was zu diversen schönen Momenten führt. Als Highlight erweist sich (wie schon in Stevensons Verfilmung aus den 1960er Jahren) die Sequenz, in der Real- auf Zeichentrickfilm trifft, als Mary Poppins mit dem Kinder-Trio und dem Laternenanzünder Jack auf die handbemalte Oberfläche einer antiken Porzellanschüssel springt: In der liebevoll im alten Stil animierten Welt kommt es erneut zur Begegnung mit dem irischen Kutscher-Hund Shamus, den tanzenden Pinguinen und etlichen weiteren Tiergestalten. Obendrein gibt es zahlreiche Musiknummern, die oft mit einer Moral verknüpft sind: "A cover is not the book / So open it up and take a look". Die Songs verfügen nicht ganz über die Ohrwurm-Qualitäten des Vorgängers, werden jedoch mit der nötigen Energie sowie mit Einfühlungsvermögen dargeboten.

Emily Blunt verkörpert die Hauptrolle mit einer gehörigen Portion Witz und lässt noch stärker als Julie Andrews die Eitelkeit der Figur zum Vorschein kommen. Der Film erlaubt sich viele Gastauftritte; neben Dick Van Dyke, der schon in "Mary Poppins" mit von der Partie war, und Angela Lansbury, die 1971 der Star in einem anderen großen Fantasy-Musical von Disney ("Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett") war, ist Meryl Streep als verschrobene Cousine von Mary Poppins eine veritable Szenendiebin.

Fazit: Die Fortsetzung von "Mary Poppins" mag nicht unbedingt supercalifragilisticexpialigetisch sein, überzeugt aber mit sehenswerten Kulissen, einem gelungenen Ausflug in die Zeichentrick-Welt sowie engagierten Darbietungen und Überraschungsgästen.




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