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Kritik: Death Wish (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

"Death Wish" ist das Remake des Prototypen aller Rache- und Selbstjustiz-Thriller: "Ein Mann sieht rot" mit Charles Bronson, der 1974 für Aufsehen sorgte. Nie zuvor wurde in einem Hollywood-Film Selbstjustiz derart glorifiziert. Das 30-Millionen-Dollar-Remake inszenierte Eli Roth, dem 2002 mit dem Horrorfilm "Cabin Fever" der internationale Durchbruch gelang. Es ist sein erster Kinofilm seit "Knock Knock" (2015) mit Keanu Reeves. "Death Wish" wurde im Herbst 2016 in Chicago und im kanadischen Montreal gedreht.

"Death Wish" markiert den vorläufigen Negativ-Höhepunkt in der Karriere von Bruce Willis und seinem Regisseur Eli Roth. Der Film ist inszeniert nach Schema F. Heißt: Wie all die anderen gängigen, belanglosen Rache- und Ein-Mann-Armee-Filme, wie sie Steven Seagal seit 30 Jahren quasi jährlich abliefert. Darstellerisch kann Willis als traumatisierter, depressiver Witwer zwar durchaus Akzente setzen. Seine Wandlung hin vom friedliebenden Arzt und Familienvater zum kampferprobten, brutalen Rächer und fähigen Scharfschützen ist allerdings mehr als unglaubwürdig. Zumal Willis' Figur diese Wandlung innerhalb kürzester Zeit durchläuft und sie auf ihrem Rachefeldzug durch die Stadt scheinbar keinerlei Moral und Gewissen mehr zu haben scheint.

Ohne zu zögern richtet Kersey Kriminelle, ohne überhaupt die näheren Hintergründe ihrer (angeblichen) Taten zu kennen. Und geht dabei viel zu oft unnötig brutal und mit roher Gewalt vor. Etwa in einer Szene in einer Autowerkstatt, in der Kersey die Schwerkraft über die Art des Ablebens seines Gegenspielers entscheiden lässt. In diesen Momenten wird deutlich, dass Roth einfach seine helle Freude am Inszenieren (und regelrechten Zelebrieren) seiner Blut- und Gewalt-Orgien hat. Für leise Zwischentöne sowie dramatische und kritische Einsprengsel ist er der falsche Mann. Fragwürdig ist auch, dass der Film die Polizei als unfähige, überlastete Institution darstellt, in die man kein Vertrauen haben sollte.

Hinzu kommt, dass "Death Wish" über blasse, austauschbare Nebenfiguren verfügt und am Ende auch noch beweist, dass er mit "Ein Mann sieht rot" eigentlich nicht wirklich viel gemein hat. Einmal abgesehen von der simplen Story und dem spannungsarmen Handlungsverlauf.

Fazit: Eindimensionale Figuren, eine platte Story und das Zelebrieren sinnloser, überzogen brutaler Gewalt machen aus "Death Wish" einen der unnötigsten Filme der Saison.




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