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Ralph reichts 2: Webcrasher - Chaos im Netz
Ralph reichts 2: Webcrasher - Chaos im Netz
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Chaos im Netz (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Fünf Jahre nach dem ersten Teil ("Ralph reichts") dürfen sich Fans nun auf die für 175 Millionen US-Dollar realisierte Fortsetzung freuen. Ein gewisser Erfolgsdruck ist dabei durchaus gegeben, spielte "Ralph reichts" doch über 470 Millionen US-Dollar ein. Inszeniert wurde "Chaos im Netz" erneut von Rich Moore, der diesmal Unterstützung von Phil Johnston erhielt. Moore arbeitete in der Vergangenheit an erfolgreichen Zeichentrickserien wie den "Simpsons" und "Futurama" mit. Johnston verfasste unter anderem das Drehbuch zu "Zoomania".

"Chaos im Netz" steht dem ersten Teil in Sachen Kreativität und Einfallsreichtum in nichts nach. Zur abermals humorvollen, mit skurrilen Details gespickten Story gesellen sich diesmal nur noch mehr augenzwinkernde Querverweise und Anspielungen auf ikonische Figuren der Videospielgeschichte und bekannte (Online-) Marken (etwa Google) hinzu. Dadurch, dass Randale-Ralph diesmal das Internet unsicher macht, wird dies noch durch viele witzige Hinweise auf digitale und soziale Medien ergänzt. Medien, die die meisten von uns nutzen oder zumindest kennen: von Youtube und ebay über Amazon, Snapchat und Facebook his hin zu Twitter.

Randale-Ralph und Vanellope blicken nun gewissermaßen hinter die Kulissen (oder besser: ins Innere) dieser Medien und Shops und zeigen auf eine höllisch vergnügliche Art, wie sie funktionieren. So wird der Kurznachrichtendienst Twitter natürlich von unzähligen blauen Vögelchen bevölkert, die im Sekundentakt zwitschernd ihre Nachrichten übermitteln. Ebay wird zu einem turbulenten Marktplatz, auf dem allerlei lost ist und Millionen von Gegenständen gehandelt werden. Darüber hinaus spart "Chaos im Netz" nicht mit kritischen Untertönen, die subtil in die Handlung eingewoben sind. Wenn Randale-Ralph auf einer Videoplattform zum Beispiel von Usern aufs Übelste beschimpft und beleidigt wird, dann verweisen die Macher hier klar auf die Gefahren von Cyber-Mobbing in der Anonymität des Internets.

Trotz dieser nachdenklichen Momente, überwiegt in "Chaos im Netz" ganz klar der Spaß. Verantwortlich dafür sind neben den pointierten Gags und den sympathischen Nebenfiguren vor allem jene Szenen, in denen die beiden Hauptfiguren die Seite OhMyDisney.com besuchen. Auf diesem Fan-Portal tummeln sich dutzende Helden der Disney-Franchises. Ob Baymax, Buzz Lightyear, Dumbo, Tinkerbell Mickey Mouse, die Helden aus den Marvel-Comicverfilmungen, dem Star-Wars-Universum und sogar alle Prinzessinnen, die jemals einen Disneyfilm bevölkerten (u.a. Jasmin aus "Aladdin", Pocahontas, Rapunzel, Anna aus "Die Eiskönigin", Tiana aus "Küss den Frosch") – als Zuschauer kommt man aus dem Staunen nicht heraus.

Und für reichlich Action ist auch noch gesorgt. Denn gerade die rasanten Verfolgungsjagden, die Vanellope in einem Online-Racing-Game erfolgreich überstehen muss, sorgen für mächtig Spannung und Nervenkitzel.

Fazit: Anspielungsreicher, ebenso selbstironischer wie phantasievoller Animationsfilm für die ganze Familie. Pointiert, zeitgemäß und charmant umgesetzt.




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