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A Quiet Place
A Quiet Place
© Paramount Pictures Germany

Kritik: A Quiet Place (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "A Quiet Place" liefert der 1979 in Massachusetts geborene John Krasinski, der als Schauspieler etwa aus "Away We Go" (2009) oder "Promised Land" (2012) bekannt ist, nach den soliden (Tragi-)Komödien "Brief Interviews with Hideous Men" (2009) und "Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie" (2016) seinen dritten Langfilm als Regisseur. Auch am Drehbuch war er beteiligt – und schrieb zusammen mit dem über Genre-Erfahrungen verfügenden Duo Bryan Woods und Scott Beck eine postapokalyptische Geschichte, die überzeugend zwischen Horror und Familiendrama changiert.

Die Grundlagen des düsteren Plots werden von Krasinski gekonnt auf visueller Ebene vermittelt – es sind keine Erklärungen via Texttafel oder via voice-over vonnöten. Der Film zeichnet sich überdies durch eine Atmosphäre des permanenten Unbehagens aus – immer wieder werden Spannung und suspense erzeugt, sei es zu Beginn in der menschenleeren Kleinstadt oder später im familiären Farmhaus, in den Maisfeldern oder im Wald. Die Angriffe der interessant gestalteten, außerirdischen Wesen, die zwar blind sind, aber über einen besonders stark ausgeprägten Gehörsinn sowie über scharfe Zähne verfügen und sich blitzschnell bewegen können, machen "A Quiet Place" zu einem handfesten Schocker; ebenso wirkungsvoll ist das Werk jedoch in seinen - im wahrsten Sinne des Wortes - stillen Momenten.

Die Methoden, die die Familie Abbott entwickelt hat, um die Aufmerksamkeit der geräuschempfindlichen Aliens nicht zu erregen - beispielsweise genau markierte Fußböden-, sind clever; man fiebert beim Zuschauen mit den Figuren mit und nimmt die innerfamiliären Konflikte ernst, da auch Regie und Drehbuch stets mitfühlend anmuten. Erst im letzten Drittel werden ein paar Schwächen erkennbar; manche Geste gerät zu pathetisch – und das Finale ist eher enttäuschend.

Die darstellerischen Leistungen des Ensembles sind hingegen gelungen: Krasinski und Emily Blunt ("Der Teufel trägt Prada", "Sicario") lassen uns die Angst, die eigenen Kinder nicht beschützen zu können, jederzeit spüren; mit Noah Jupe ("Suburbicon", "Wunder") und Millicent Simmonds, die bereits in Todd Haynes' "Wonderstruck" (2017) eindrücklich agierte, sind auch die Kinderrollen sehr gut besetzt.

Fazit: Ein spannungsvoller, atmosphärisch bebilderter Genre-Mix, der seine Prämisse klug nutzt und obendrein das Innenleben seiner Figuren nicht vernachlässigt.




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