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Downton Abbey
Downton Abbey
© Universal Pictures International

Kritik: Downton Abbey (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Für Millionen von Fans auf der ganzen Welt war es ein großer Schock, als die erfolgreiche, für das britische Sender-Netzwerk ITV produzierte Historien-Serie vor vier Jahren eingestellt wurde. Von 2010 an produzierte man 52 Episoden, bis "Downtown Abbey" 2015 mit einer 90-minütigen Finalfolge zum Abschluss gebracht wurde. Die Serie erhielt mehrere Grammys und Emmys.

Der "Downtown Abbey"-Kinofilm wurde als Geschenk für die treuen Fans konzipiert und umgesetzt. Als solches funktioniert der Film ausgesprochen gut. Denn er bietet ihnen nichts weniger als ein freudiges, lange erhofftes Widersehen mit all jenen vielschichtigen Figuren am Hofe von Downtown Abbey, die man über Jahre liebgewonnen hatte und mit denen man mitfiebern und bangen konnte. Zum Gelingen der herzerwärmenden filmischen Danksagung tragen nicht zuletzt auch die – wie gewohnt – üppigen Kulissen und prachtvollen, detailgetreuen Kostüme sowie Requisiten bei.

Auf der großen Leinwand entfalten die stilvollen Dekors und historisch genau angelegten Settings ihre ganze Opulenz. Vor allem das als Downtown-Abbey-Anwesen fungierende, in Hampshire gelegene Herrenaus "Highclere Castle" versetzt in ungläubiges Staunen, sobald es in Großaufnahme ins Bild gerückt wird. Der hohe Wiedererkennungswert und die typischen Serien-Elemente bzw. -Zutaten, einschließlich der herrlich bissigen Kommentare der von Maggie Smith mit spielerischer Leichtigkeit verkörperten Gräfin, sorgt jedoch auch dafür, dass der Kinofilm letztlich nur für Serien-Kenner geeignet ist.

Denn wer mit den Vorgeschichten der Protagonisten sowie den bisherigen Ereignissen auf Downtown Abbey nicht vertraut ist (etwa mit dem gesundheitsbedingten Ausscheiden des Ur-Butlers Charles Carson), wird mit der Kinoproduktion vermutlich wenig anfangen können. Schade ist, dass sich Regisseur Michael Engler (vor allem zu Beginn) immer wieder in einem unnötigen und etwas aufgebläht wirkenden, pathetischen Inszenierungsstil verliert, der sich unter anderem in gewöhnungsbedürftigen Einstellungen und überzogenen Kamerabewegungen manifestiert. Für Humor und Abwechslung sorgen hingegen die Eifersüchteleien und Streitigkeiten zwischen dem angestammten Downtown-Abbey-Personal und den Bediensteten des Königshauses, die den Besuch des Königspaares vorbereiten – und auf Downtown Abbey für mächtig Chaos und Trubel sorgen.

Fazit: Dank des hohen Wiedererkennungswertes und der mit viel Liebe zum Detail sowie (historischer) Sorgfalt umgesetzten Geschichte, funktioniert "Downtown Abbey" auch in filmischer Form im Kino und wird daher die zahlreichen Serien-Fans zufrieden stellen.




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