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Angel has fallen
Angel has fallen
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Angel Has Fallen (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach den kommerziellen Erfolgen von "Olympus has fallen" und "London has fallen", die zusammen fast 400 Millionen US-Dollar einspielten, war der dritte Film des Action-Franchise nur noch eine Frage der Zeit. Regie führte Ric Roman Waugh, der seine größten Erfolge als Stuntman in den 80er- und 90er-Jahren feierte. Gedreht wurde in Sofia sowie an verschiedenen Orten der USA (u.a. New York) und in Großbritannien (Berkshire).

Anders als zum Beispiel die Fortsetzungen des Liam-Neeson-Actioners "Taken" gibt sich "Angel has fallen" zumindest etwas Mühe, dem Zuschauer nicht schon wieder exakt dieselbe Geschichte aufzutischen wie in Teils Eins ("Olympus has fallen"). Auch wenn der Plot um die fälschlicherweise verdächtigte und eigenmächtig um Aufklärung der Verschwörung bemühte Hauptfigur natürlich dreist von "Auf der Flucht" abgekupfert ist. In Sachen Action macht Regie-Neuling Waugh hingegen so einiges richtig.

Es gibt handwerklich ansprechend gefilmte Schießereien, Verfolgungsjagden, allerlei Explosionen, Prügeleien und eine mitreißende, enorm kreative Szene rund um das (Drohnen-) Attentat (diesmal sind nicht Asiaten oder Araber sondern US-Amerikaner die Bösen). Action-Fans kommen in diesen hitzigen Momenten auf ihre Kosten. Allen anderen muss vom Gang ins Kino allerdings abgeraten werden, da die Handlung schlicht zu unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen ist. Schon "Auf der Flucht" war an vielen Stellen nicht immer schlüssig, in "Angel has fallen" wird der bemitleidenswerte Banning jedoch viel zu vorschnell, unüberlegt und ohne Ermittlungen unter Generalverdacht aller US-Sicherheitsbehörden gestellt: vom FBI über den Geheimdienst bis hin zu den städtischen Polizeieinheiten.

Ein weiteres großes Problem: Dadurch, dass für den Betrachter die Schuldigen bereits zu einem frühen Zeitpunkt feststehen, wird jegliche Spannung zu Nichte gemacht. Was folgt ist das gelangweilt wirkende Abfilmen der unterschiedlichen Stationen bis zur Aufklärung durch Banning. Zudem werden fast ausnahmslos gängige Genre-Versatzstücke nach bekanntem Muster bemüht. Dazu gehört ebenso ein komödiantischer Sidekick, hier in Form des zotteligen, verschrobenen Vaters von Mike Banning, gespielt von Nick Nolte.

Fazit: Vorhersehbar, generisch und halbgar: "Angel has fallen" ist trotz ordentlicher Action nicht der erhoffte würdige Abschluss der Trilogie.




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