oder
Die Schule der magischen Tiere
Die Schule der magischen Tiere
© Leonine Distribution

Kritik: Die Schule der magischen Tiere (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Margit Auers Kinderbuchreihe ist ein Bestseller. Beim Carlsen Verlag sind seit 2013 elf Bände in der Hauptreihe sowie zwei Nebenreihen erschienen, die in 25 Sprachen übersetzt wurden. Der zwölfte Band steht in den Startlöchern. Mit Illustrationen von Nina Dulleck und kurzen Kapiteln richten sich die Bücher an ein jüngeres Lesepublikum als vergleichbare Kindergeschichten wie etwa die "Harry Potter"-Reihe, die in Deutschland ebenfalls bei Carlsen ihr Zuhause hat. Gregor Schnitzler hat daraus einen ansprechenden Kinderfilm gemacht, der sich der magischen Konkurrenz durchaus bewusst ist.

Schon der Auftakt, wenn sich ein alter roter Bus zu weihnachtlich-verzauberten Klängen durch eine Berglandschaft schlängelt, ist ein Fingerzeig an die Filme mit dem weltberühmten Zauberlehrling. Und wenig später lässt die von Emilia Maier gespielte Hauptfigur Ida Kronenberg den Satz fallen, ihre neue Lehrerin sehe so aus, als habe sie sich auf dem Weg nach Hogwarts verlaufen. An das große Vorbild reicht dieser Film nicht heran. Das muss er aber auch gar nicht.

In deutschen Kinderbuchverfilmungen ist in der Regel alles eine Nummer kleiner als in englischsprachigen Produktionen, was in erster Linie am Budget liegen dürfte. "Die Schule der magischen Tiere" macht vieles durch kinotaugliche Kulissen, tolle Kostüme, perfekt ausgeleuchtete Einstellungen und einen überzeugend und in den Erwachsenenrollen prominent besetzten Cast wett. Größtes Manko ist die Qualität der computergenerierten Tiere, die nicht annähernd mit "Harry Potter" oder einer Kinderbuchverfilmung wie "Paddington" (2014) mithalten kann. Aber auch das ist zu verschmerzen. Denn der Film richtet sich an ein so junges Publikum, dass die mittelprächtigen Effekte aus dem Rechner vornehmlich den Eltern ins Auge stechen dürften.

Gregor Schnitzler, der schon eine Handvoll Buchvorlagen verfilmt hat ("Soloalbum", "Die Wolke", "Resturlaub", "Spieltrieb", "Das Lächeln der Frauen"), bleibt nah am Ausgangsmaterial, das er durch seine zwei Töchter bereits kannte, und macht daraus einen detailverliebten, abwechslungsreichen, spannenden und lustigen Kinderfilm. "Die Schule der magischen Tiere" handelt von Freundschaft und deren wahrem Kern. Ida muss erkennen, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und dass innere Werte mehr zählen als Äußerlichkeiten. Mehr als 60.000 kleine und große Besucherinnen und Besucher wollten sich das bundesweit bereits in den Vorpremieren des Films ansehen. An den Kinokassen dürften weitere Fans folgen.

Fazit: Die bundesweiten Vorpremieren liefen prima. Und auch nach seinem regulären Kinostart dürfte diese Kinderbuchverfilmung ihr Publikum finden. Denn Regisseur Gregor Schnitzler hat Margit Auers Vorlage mit Liebe zum Detail und für die Figuren adaptiert. "Die Schule der magischen Tiere" ist abwechslungsreich, spannend und witzig. Großes Kino für die Kleinen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.