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Dumbo
Dumbo
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Dumbo (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Dumbo" liefert Tim Burton eine weitere Bearbeitung der Geschichte "Dumbo, the Flying Elephant" (1939) von Helen Aberson und Harold Pearl, die vor allem durch den Disney-Zeichentrickfilm "Dumbo" (1941) ins kollektive Gedächtnis einging. In der Live-Action-Version werden die Tiere nicht vermenschlicht; stattdessen rückt das menschliche Personal ins Zentrum. Bedauerlicherweise bietet das Drehbuch von Ehren Kruger ("Ring", "Ghost in the Shell") aber kaum reizvolle Ideen, um den Stoff neu zu interpretieren. Die Inszenierung ist in puncto Ausstattung, Kameraführung, Montage und Musik einwandfrei – die Magie früherer Burton-Schöpfungen wie "Edward mit den Scherenhänden" (1990) oder "Sleepy Hollow" (1999) will sich indes nur ganz selten einstellen.

Der Mix aus Realfilm und Computeranimation ist aus handwerklicher Sicht perfekt gelungen. Wenn die Trapezkünstlerin Colette Marchant mit dem langohrigen Elefanten-Baby erstmals im Zirkuszelt umherfliegt oder wenn es zur Traum-Parade der rosa (Seifenblasen-)Elefanten kommt, entstehen schöne Bilder; der große Aufwand ist der Produktion jederzeit anzumerken. Wirklich mitgerissen wird man von dem Geschehen hingegen nicht. In der ersten, ruhigeren Hälfte wäre eine emotionale Vertiefung vonnöten gewesen; in der zweiten Hälfte hätte den zahlreichen Action-Einlagen etwas mehr Originalität gutgetan. Das Skript streift Themen wie Kapitalismuskritik und Tierquälerei, geht dabei jedoch eher oberflächlich vor.

Mit Michael Keaton (u.a. "Beetlejuice", "Batman"), Danny DeVito (u.a. "Batmans Rückkehr"), Eva Green ("Dark Shadows", "Die Insel der besonderen Kinder") und Alan Arkin ("Edward mit den Scherenhänden") konnte Burton einige bekannte Gesichter aus seinem bisherigen Œuvre vor der Kamera versammeln – und auch die übrige Besetzung ist etwa mit Colin Farrell und Lars Eidinger überaus namhaft. Einen allzu tiefen Eindruck vermag das Ensemble allerdings nicht zu hinterlassen, da die Figuren recht schematisch angelegt sind: Keaton verkörpert einen eindimensionalen Antagonisten, Farrell einen sympathischen, aber wenig interessanten Helden. Ebenso bleiben die jungen Cast-Mitglieder Nico Parker und Finley Hobbins, die hier beide ihr Leinwand-Debüt geben, ziemlich blass – gerade im Vergleich zu den Kindern in anderen Arbeiten von Burton, wie zum Beispiel dessen Roald-Dahl-Adaption "Charlie und die Schokoladenfabrik" (2005).

Fazit: Handwerklich solide Familienunterhaltung, der jedoch das Besondere fehlt. Der Plot und das Personal sind zu sehr nach Schema F gestaltet.




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