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Jurassic World 2: Das gefallene Königreich
Jurassic World 2: Das gefallene Königreich
© Universal Pictures International

Kritik: Jurassic World 2: Das gefallene Königreich (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Jurassic World" entwickelte sich mit einem Einspielergebnis von über 1,5 Milliarden Dollar vor vier Jahren zum dritterfolgreichsten Film aller Zeiten. Kein Wunder, dass schon kurz nach Kinostart die Pläne für eine Fortsetzung geschmiedet wurden. Das Hauptdarsteller-Duo um Chris Pratt und Bryce Dallas Howard ist wieder mit an Bord, auf dem Regie-Stuhl nahm diesmal aber ein anderer Platz: Colin Trevorrow wurde vom Spanier Juan Manuel Bayona ersetzt. Bayona erlebte seinen Durchbruch 2010 mit dem Oscar-prämierten Horror-Drama "Das Waisenhaus". Vor zwei Jahren gelang ihm darüber hinaus mit "Sieben Minuten nach Mitternacht" ein von der Kritik hochgelobter Fantasyfilm. Ihm stand für "Jurassic World 2" ein Budget von 260 Millionen Dollar zur Verfügung.

Die Macher der Reboot-Fortsetzung gehen mit ihrem Hochglanz-Dino-Actioner auf Nummer sicher und nutzen das ihnen gewährte Riesenbudget voll und ganz aus. Das führt dazu, dass man dem Film jederzeit ansieht, wofür die beachtliche Summe von über 250 Millionen Dollar ausgegeben wurde: fast ausschließlich für die – handgemachten sowie CGI – Effekte. Darauf liegt eindeutig der Schwerpunkt des Films. Die spektakulären Action-Szenen sowie die überragenden Effekte sind es auch, die die Besucher in ungläubiges Staunen versetzen werden.

Visuell ist "Jurassic World 2" nämlich der bisher überzeugendste und betörendste Film der Reihe seit dem Ursprungs-Werk von Steven Spielberg (der hier erneut als einer der ausführenden Produzenten mit an Bord war) aus dem Jahr 1993. Spielberg setzte damals vor allem auf ungemein realistische, animatronische Modelle aus Stahl und Hydraulik, die mit Schaumstoff überzogen waren. Auf genau solche "Animatronics" baut auch Regisseur Bayona in hohem Maße, was der Szenerie ebenfalls ein hohes Maß an Realismus und Wahrhaftigkeit verleiht. Hinzu kommen eben jene aufwendig gestalteten, höllisch gut aussehenden CGI-Effekte, die die animatronischen Puppen gut und stimmig ergänzen. Gerade in den (nicht gerade rar gesäten) Action-Szenen entfalten diese ihre ganze Pracht.

Es wird in "Jurassic World 2" viel gekämpft, geschrien, gerannt und sogar unter Wasser um das eigene Leben gekämpft. Wunderbar zusammen bringt all dies die wohl atemberaubendste Verfolgungsjagd im ganzen Film: wenn sich die ganze Meute von Dinos und Menschen in Bewegung setzt und vor dem Feuer speienden Vulkan in Sicherheit bringen will, dann ist dies an Rasanz und Dramatik kaum zu überbieten. Vor allem, wenn der Kampf auch noch unter der Wasser – und in den beliebten, futuristischen Bubble-Cars – fortgesetzt wird.

Optik und Action gehen allerdings zu Lasten von Story und Figurenentwicklung. Der Film verläuft dramaturgisch weitestgehend ohne sonderliche A-ha-Effekte und die Story ist simpel sowie wenig tiefgründig. Ebenso einfach gestrickt sind die Charaktere, die recht eindimensional gezeichnet sind und sich deshalb auch nicht weiterentwickeln. Fans der Reihe werden diese Schwächen jedoch verschmerzen und einen kurzweiligen, optisch bombastischen Kino-Abend erleben.

Fazit: "Jurassic World 2" lässt eine tiefgründige Charakterzeichnung ebenso vermissen wie überraschende Story-Elemente, funktioniert aber als unterhaltsamer Sommer-Blockbuster ausgezeichnet: die technische Umsetzung ist herausragend und die Action gehört zum Besten, was im Franchise bislang zu sehen war.




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