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Crazy Rich Asians
Crazy Rich Asians
© Warner Bros.

Kritik: Crazy Rich (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Crazy Rich" verfilmt Jon M. Chu ("Justin Bieber: Never Say Never", "Die Unfassbaren 2") den Roman "Crazy Rich Asians" (2013) von Kevin Kwan, welcher 2015 und 2017 noch fortgesetzt wurde. Der Autor verarbeitet darin eigene Erfahrungen aus seiner Kindheit in Singapur und befasst sich bei aller Leichtigkeit des Stoffes durchaus tiefgründig mit Themen wie Herkunft und Tradition. Chu und sein Drehbuch-Duo Peter Chiarelli und Adele Lim greifen diese Überlegungen in der Leinwand-Adaption auf – und liefern dadurch ein Werk, das neben Witz und Romantik auch ernsthafte Momente bietet.

So sieht sich etwa die Protagonistin Rachel in den Begegnungen mit einigen Angehörigen ihres Freundes Nick aufgrund ihres Aufwachsens in den USA sowie der Vergangenheit ihrer aus China emigrierten Mutter mit klassistischen, ablehnenden Ansichten konfrontiert. Nicks strenge Mutter Eleanor verkommt dabei jedoch nicht zur eindimensionalen "bösen Hexe" dieser märchenhaft anmutenden Geschichte; vielmehr wird sie facettenreich gezeichnet und von Michelle Yeoh ("Tiger & Dragon") als komplexe Rolle verkörpert.

"Crazy Rich" zelebriert einerseits den gezeigten Reichtum – wenn zum Beispiel luxuriöse Gebäude, elegante Kleidung, wertvoller Schmuck oder kulinarischer Überfluss in Hochglanzbildern eingefangen werden; der Film lässt andererseits aber auch eine ironisch-distanzierte Haltung zu dieser Opulenz erkennen und macht deutlich, wie sehr die Figuren von diesem Prunk beeinflusst werden. Chus Werk ist damit sowohl unterhaltsam als auch reflektiert.

Bemerkenswert ist nicht zuletzt, dass "Crazy Rich" zu einer filmhistorischen Entwicklung beiträgt – da es sich hier um die erste US-Studioproduktion seit Wayne Wangs Melodram "Töchter des Himmels" aus dem Jahre 1993 handelt, in welcher eine moderne Story mit durchweg asiatischer Besetzung erzählt wird. Neben der starken Hauptdarstellerin Constance Wu ("Fresh Off the Boat") brilliert vor allem Awkwafina ("Ocean's Eight") als Rachels schrille beste Freundin.

Fazit: Eine gelungene, gut besetzte Mischung aus Liebe, Humor und kulturellen Beobachtungen, die ganz nebenbei Filmgeschichte schreibt.




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