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A Quiet Place 2
A Quiet Place 2
© Paramount Pictures Germany

Kritik: A Quiet Place 2 (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit einem Einspielergebnis von fast 350 Millionen Dollar erwies sich John Krasinskis dystopischer Endzeitfilm "A Quiet Place" als einer der großen Überraschungshits des Kinojahres 2018. Bereits im Sommer 2018 stand fest, dass es eine Fortsetzung geben werde. Die Dreharbeiten für Teil zwei begannen ein Jahr später, im Juni 2019, und fanden vor allem in und um New York statt. Erneut stand John Krasinski hinter der Kamera.

Krasinski, der wieder das Drehbuch schrieb, verlässt diesmal den begrenzten, reduzierten und bislang fast ausschließlich nur auf das Haus der Abbotts begrenzten Schauplatz. In dem er sie ihr gewohntes Umfeld und Terrain verlassen lässt, manövriert er die Familie in eine zerstörte, verlassene Welt, in der die Kreaturen Jagd auf alles und jeden machen, der Geräusche von sich gibt. Da das Setting erweitert und mit dem ominösen, undurchsichtigen Charakter Emmett (brillant: Cilian Murphy) das Figurenkabinett um einen wichtigen neuen Protagonisten ergänzt wird, sorgt "A Quiet Place 2" für Abwechslung ohne sich zu wiederholen.

Außerdem legt Krasinksi diesmal noch mehr Wert auf temporeiche, spektakulär aussehende Action-Szenen und Verfolgungsjagden. Etwa im gelungenen Eröffnungsteil, in dem wir die Familie noch einmal zusammen und in glücklichen Zeiten erleben dürfen. Es ist Tag eins der Alien-Invasion und sobald die Hölle losbricht, zündet Krasinski ein fiebriges, mitreißendes Action-Feuerwerk.

Andererseits aber verhält es sich bei "Quiet Place 2" wie mit vielen Fortsetzungen kommerziell erfolgreicher Horror-Filme, die durch eine selten zuvor gesehene Story-Idee und kreative Handlungselemente von sich reden machten. Denn in Sachen Plot und Dramaturgie wirkt hier natürlich alles nicht mehr so neu, frisch und überraschend wie im ersten Teil. Die Intensität und das klaustrophobische Moment weichen einer Big-Budget-Inszenierung und beeindruckenden Schauwerten. Alles ist eine Spur größer, lauter und brachialer. Und genau das wird nicht allen Fans des ersten Films gefallen. Immerhin: Die Figurenzeichnung ist gelungen und dadurch, dass sich die Charaktere wie "echte Menschen" verhalten, also auch Fehler machen und sich fatale Entscheidungen leisten, fiebert man mit ihnen.

Leider bleiben am Ende dann aber doch zu viele Fragen offen und ärgerliche Logiklöcher. In den entsprechenden Szenen sind nicht selten Evelyns Kinder involviert und spielen eine tragende Rolle spielen. Krasinski legt alles in allem mehr Wert auf Optik und exzellent choreographierte Kamerafahrten als auf eine schlüssige Handlung und nachvollziehbare, realistische Wendungen.

Fazit: Solide, technisch tadellose und mit spannungsgeladenen Action-Sequenzen garnierte Horror-Fortsetzung um die ums Überleben kämpfende Familie Abbott, deren Logiklöcher und Hang zur Big-Budget-Inszenierung einen eher faden Beigeschmack hinterlassen.




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