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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
© 20th Century Fox

Kritik: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Als die cineastische Reise von Marvels Mutanten begann, hatten Comic-Adaptionen noch kein besonders gutes Image. Filmreihen wie Sam Raimis "Spider-Man"-Trilogie oder die der "X-Men" ebneten allerdings den Weg für andere kostümierte Helden. Heute sind diese von der großen Leinwand nicht mehr wegzudenken und setzen Jahr für Jahr Milliarden um.

Hugh Jackman, der seine Besetzung als Wolverine dem glücklichen Umstand verdankt, dass der für die Rolle vorgesehene Schauspieler beim Start der Dreharbeiten zum ersten "X-Men"-Film noch mitten in einer anderen Produktion steckte, katapultierte der große Erfolg in die Liga der Hollywood-Superstars. So folgten seinen Auftritten als Logan/Wolverine in den "X-Men"-Filmen auch noch zwei als Solist nach. Inzwischen ist Wolverine eine geradezu ikonische Figur und wenn nicht der wichtigste, so zumindest der populärste aller X-Männer und -Frauen.

Im nunmehr siebten Streifen des bunten Mutantenkosmos avanciert seine Figur zum unverzichtbaren Element der Handlung. Er wird aus einer apokalyptischen Zukunft in die 1970er-Jahre entsandt, um jene Entwicklungen zu stoppen, die in der Folge zu einem verheerenden Krieg führen werden. Ihm als ausgesprochen schlechten Diplomaten fällt deshalb die Rolle zu, da er durch seine Mutantenkräfte gewissermaßen alterslos ist. Die Zeitreise funktioniert nämlich als reiner Bewusstseinstransfer, der Logan im Körper seines jüngeren Ichs erwachen lässt. In der Hippie-Ära darf er sich dann nicht nur mit einer grassierenden Hysterie auseinandersetzen, die den Mutanten entgegenschlägt, er muss auch noch das jüngere depressive Ich von Professor X (James McAvoy im "The Dude"-Look) von der Wichtigkeit seiner Mission überzeugen.

Nach "X-Men" und "X-Men 2" kehrt Bryan Singer auf den Regiestuhl zurück und führt in "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" die Storylines der ersten Trilogie mit den Entwicklungen zusammen, die in "X-Men: Erste Entscheidung" eingeleitet wurden. Dafür wurde ein immenser Aufwand betrieben: Es wurde der Großteil der Crew der alten Filme, die Darsteller des Reboots von 2011 sowie einige neue Charaktere in einer Story vereint, die es wahrlich in sich hat. Durch die zwei Zeitlinien, die Fülle an Figuren und geballter Action mit atemberaubenden Spezialeffekten, droht der Film aber zuweilen die Balance zu verlieren. Singer gelingt es jedoch immer wieder, das Geschehen zu erden, wenn auch die Verschnaufpausen mitunter sehr kurz ausfallen.

Etwas mehr als zwei Stunden waren in der Endabrechnung aber dann doch nicht genug, um allen Figuren gleichermaßen gerecht zu werden. Dieser Wermutstropfen kann aber angesichts der außerordentlichen Performance von Jackman gut verkraftet werden. Zudem verdienen sich Jennifer Lawrence und auch Michael Fassbender Höchstnoten. Interessant überdies, wie die Rivalität zwischen Magneto (Fassbender) und Xavier (McAvoy) immer wieder aufflammt. Zum heimlicher Star der Show avanciert aber der neue eingeführte Mutant Quicksilver (Evan Peters).

Fazit: X-Men: Zukunft ist Vergangenheit entpuppt sich als einer der besten "X-Men"-Streifen bisher. Die Mischung aus gesellschaftskritischer Dystopie, Geschichtsstunde, Actioner und Effekttheater (3D lohnt ausnahmsweise) lässt kaum einen Augenblick Langweile aufkommen.





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