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Kritik: The Lego Movie 2 (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Im Jahr 2014 demonstrierte der Animationsfilm "The Lego Movie", wie gut sich aus den eckigen Bauklötzchen und den dazugehörigen Figuren eine dynamische, lebendige Abenteuergeschichte konstruieren lässt. Die Minifiguren Emmet, Lucy und ihre Gefährten fochten Kämpfe aus, die ein Konflikt in der realen Welt eines Sohnes und seines Vaters in Gang gesetzt hatte. Es ging um die Grundsatzfrage, ob Legobauten für die Ewigkeit gedacht sein sollen oder ob es mehr Spaß macht, sie ständig in etwas Neues zu verwandeln.

Diese reizvolle Verknüpfung der Spieler-Ebene mit dem Fantasie-Universum der Spielfiguren bildet auch im Fortsetzungsfilm, den Regisseur Mike Mitchell ("Trolls") inszenierte, das Gerüst. Ein Konflikt zwischen dem Menschenjungen Finn (Jadon Sand) und seiner kleinen Schwester Bianca (Brooklynn Prince) wird angedeutet, der zum Krieg zwischen der Lego- und der Duplo-Welt führt. Der ganze Zusammenhang aber wird erst am Ende des Films offenbart und mündet erneut in ein überzeugendes Loblied auf die kindliche Kreativität, die sich beim Spiel mit den Bauklötzchen entfaltet.

Emmet ist nicht nur durch die ereignisreiche Action im Weltall gefordert, sondern auch durch einen inneren Konflikt. Ist er ein Schwächling, weil er sich noch freuen kann, weil er so wenig zum grimmigen Krieger taugt? Muss er sich abhärten, um Lucy noch zu gefallen? Emmet symbolisiert die kindliche Unschuld. Aber müssten nach dieser Logik nicht die Duplo-Invasoren – stehen sie doch für die jüngste Lego-Spielergruppe - besonders harmlos sein? Im Gegenteil, die Aliens aus dem Systar System erweisen sich als heimtückisch. Sie werfen sprechende Herzen und Sternchen aus, die einschmeichelnde Komplimente machen und kindlich schmollen können, sich im nächsten Moment aber als zerstörerische Waffen entpuppen. Jedes Kind kann ein Lied von der Durchtriebenheit jüngerer Geschwister singen.

Die Geschichte ist gespickt mit Anspielungen auf andere Filme, Superhelden kommen vor und das Thema Zeitreisen. Es wird gesungen und die Fähigkeit der Figuren, mit spontaner Bautätigkeit auf Gefahren zu reagieren, erzeugt eine starke Dynamik. Nahezu ständig ist etwas in Bewegung – die Kamera, die Objekte und ihre Form -, die Handlung hangelt sich von einem Einfall zum nächsten. So wirkt das quirlige Geschehen in seiner Bespaßungsabsicht manchmal recht anstrengend.

Fazit: Auch die Fortsetzung des Animationsfilms "The Lego Movie" von 2014 singt ein Loblied auf die kindliche Kreativität und auf die unzähligen Möglichkeiten, sie beim Spielen mit Lego-Steinen zu entfalten. Im Gewand eines actionreichen Weltraumabenteuers kreist der von Regisseur Mike Mitchell inszenierte Film auch um die Frage, wie wichtig ein cooles Image ist, um beliebt zu sein. Die Geschichte der gutmütigen Spielfigur Emmet, die ihre Freunde aus der Gewalt von Aliens befreien will, verfügt über flippigen Ideenreichtum und feiert auch gestalterisch das Prinzip der Wandlungsfähigkeit. Dadurch wirkt sie aber auch tendenziell überfrachtet.




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