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Kritik: The Nun (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "The Nun" wird das "Conjuring"-Universum um einen weiteren Film reicher. Nach "Conjuring", "Conjuring 2" sowie den beiden "Annabelle"-Filmen, handelt es sich dabei um den fünften Film der Reihe. Neben Demián Bichir sind in weiteren wichtigen Rollen Taissa Farmiga, die Schwester von Vera Farmiga ("Conjuring"), sowie Bonnie Aarons als diabolische Nonne zu sehen. Erstmals trat Aarons als Nonne im zweiten "Conjuring"-Film auf. "The Nun" wurde von Anfang Mai bis Ende Juni 2017 in Rumänien gedreht, darunter unter anderem auf der Burg Hunedoara in Siebenbürgen. Das Budget des Films betrug 22 Millionen US-Dollar.

"The Nun" verfügt eigentlich über alle notwendigen Voraussetzungen für einen rundum gelungenen, unheilvollen Horrorfilm: charismatische Darsteller, ein beeindruckendes Setting, einen erfahrenen Regisseur (Corin Hardy, "The Hallow") und eine mit reichlich Potential ausgestattete Story. Leider kommt der Geistergrusler dennoch nicht über filmische Mittelklasse-Ware hinaus. Das größte Problem ist, dass seine Schock- und Schreckmomente zu vorhersehbar und deshalb spannungsfrei geraten sind – gewissermaßen das Todesurteil für ein auf Jump-Scares setzendes Franchise. Denn allzu oft kündigen sich diese Momente bereits Sekunden vorher an, wodurch sie jeglicher Bedrohung und unheilvoller Stimmung beraubt werden.

Bestes Beispiel: Gefühlt ein Dutzend Mal erscheint irgendwann die dämonische Nonne im schattigen Hintergrund und lässt ihr (nach wie vor morbides) Antlitz aufblitzen. Das wirkt dann doch recht schnell ermüdend und auf Dauer wenig inspiriert. Ermüdend erscheinen auch die (schlechten) Scherze einer Nebenfigur, die stellenweise wie eine Art Fremdkörper im Film wirkt: Gemüsehändler Frenchie (Jonas Bloquet), der mit seinen frechen Sprüchen für Auflockerung sorgen und dem Film einen abwechslungsreichen, locker-leichten Humor-Anteil verschaffen soll. Doch humorvolle Anteile wollen leider so gar nicht zu dem auf Düsternis, Beklemmung und Grauen setzenden Setting passen.

Doch nicht alles ist misslungen. Die authentischen, beeindruckenden Kulissen und die atmosphärischen Bilder der majestätischen Burg Hunedoara sowie ihrer umliegenden Landschaften, sind der größte Gewinn für den Film. Hier zahlt es sich aus, dass das Team auf Originalschauplätze auswich und eine solche Burg nicht in einem Studio nachbaute. Überzeugend sind zudem die Darstellerleistungen, allen voran von Farmiga. Mit einer fragilen Mischung aus Unschuld und einem unerschütterlichem Glaube an Gott ausgestattet, verkörpert sie die junge Novizin mit großer Ausdruckskraft und leidenschaftlicher Hingabe.

Fazit: Durchwachsenes "Conjuring"-Spin-off mit wenig überraschenden, sich nach einer Weile stark abnutzenden Jump-Scares, dafür jedoch mit sehenswerten Kulissen und einem gut aufgelegten Cast.




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