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Der König der Löwen
Der König der Löwen
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Der König der Löwen (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Erbe des überlebensgroßen Originals von 1994 wiegt schwer: "Der König der Löwen" gilt bis heute als der kommerziell erfolgreichste Zeichentrickfilm, der – inflationsbereinigt – fast eine Milliarde Dollar einspielte. Zudem wurde er mit Preisen überhäuft. Er erhielt unter anderen zwei Oscars und mehrere Golden Globes. Das Remake wurde von Schauspieler und Regisseur Jon Favreau inszeniert. Seinen Durchbruch feierte er 2008 mit dem ersten Film des "Marvel Cinematic Universe" (MCU): "Iron Man".

Schroffe Felsen, Sandwüsten, Wasserfälle und die Weite der Savanne: Bereits nach wenigen Sekunden wähnt man sich inmitten der bunten, prächtigen Naturlandschaften des afrikanischen Kontinents. Die Detailversessenheit und die Plastizität der Bilder sind einmalig und sorgen für ein hohes Maß an Authentizität. Die Optik ist dann folglich auch das größte Plus der "König der Löwen"-Neuverfilmung.

Was für die Ausarbeitung und fotorealistische Gestaltung der vielfältigen afrikanischen Natur gilt, lässt sich ebenfalls auf die Tiere übertragen: Nie zuvor wirkten Löwen, Vögel, Erdmännchen, Hyänen & Co. auf der Leinwand realistischer. In dieser Hinsicht übertrifft "Der König der Löwen" nochmals "The Jungle Book" (ebenfalls von Favreau inszeniert) deutlich. Und die bekannte Story vom ewigen Kampf des – scheinbar – Schwachen gegen den Starken besitzt nach wie vor einen ganz eigenen Zauber, Gefühl, Tragik und reichlich Humor. Die gelungensten humorvollen Einlagen gehen auf das Konto der kauzigen Nebenfiguren. Allen voran der chaotische Timon und der lebensfrohe Pumbaa sorgen mit ihren Slapstick-Einlagen und dem geschliffenen Wortwitz für viel Spaß.

Allerdings: Abgesehen von minimalen Änderungen - so sind etwa die Hyänen weniger albern als im Zeichentrickfilm, und ein Erdmännchen hält als neuer Charakter Einzug in den Figuren-Kosmos - gleicht das Remake dramaturgisch und inszenatorisch dem Original quasi eins zu eins. Nahezu jede Kamerafahrt, jede Einstellung, jede Szene wurde übernommen – so lässt der Film jegliche frische Elemente und Neuerungen vermissen. Schade ist zudem, dass die Neufassungen der Songs nicht an die Kraft und Emotionalität der Ursprungstitel heranreichen. Allein das von Beyoncé und Donald Glover gesungene "Can You Feel the Love Tonight" ist meilenweit von Elton Johns mitreißender, dringlicher Darbietung entfernt.

Fazit: Das "Der König der Löwen"-Remake ist ein visuell berauschendes Live-Action-Erlebnis, das tricktechnisch alles bisher Dagewesene übertrifft. In bislang keinem anderen Film wurden das (Sozial-)Verhalten und die Bewegungsabläufe von Tieren detailgetreuer und authentischer nachgebildet. Doch selbst wenn die ausgewogene Mischung aus Tragik, Emotion und Witz noch immer mitreißt: Ein wenig bedauerlich ist es schon, dass sich das Remake so eng an das Original hält und – sowohl bei den Figuren als auch inhaltlich – keinerlei Überraschungen bietet.




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