Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Academy Awards
Academy Awards
© Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Oscars: "Moonlight" ist "Bester Film"

Völlige Verwirrung - zunächst "La La Land" als Sieger verkündet

In Hollywood sind gestern Abend die 89. Academy Awards vergeben worden. Im Dolby Theatre in Hollywood erhielten die Künstler und Filme, die laut Meinung der rund 7000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences die besten des Jahres 2016 gewesen sind, ihre Oscars.

Bei der von Jimmy Kimmel moderierten Gala, die schon jetzt Oscar-Geschichte geschrieben hat, setzte sich das Drama "Moonlight" vollkommen überraschend durch. Die Umstände der Verleihung sind dabei einstweilen etwas undurchsichtig. Präsentatorin Faye Dunaway las "La La Land" als Sieger vor, nachdem ihr Kollege Warren Beatty die Karte weiter gereicht hatte, und die Produzenten des Musicals hielten ihre Dankesreden, bevor es auf einmal hieß, es sei ein Fehler passiert: "Moonlight" sei der "Beste Film". Jordan Horowitz, Produzent von "La La Land", erklärte dem verblüfften Publikum, Konkurrent "Moonlight" sei der wahre Gewinner und hielt zum Beweis die Karte in die Kamera. Das sei "kein Witz".

Beatty kehrte ans Mikrophon zurück und rechtfertigte sich: "Auf der Karte stand 'Emma Stone' für 'La La Land'. Deshalb habe ich meine Mitpräsentatorin und Sie so lange angeschaut. Ich wollte nicht witzig sein." Tatsächlich ist auffällig, wie Beatty mit dem Umschlag nestelt und den Moment der Verkündung scheinbar verlegen hinauszögert.

Dann wurden die "Moonlight"-Produzenten auf die Bühne gebeten, um ihre Goldjungen entgegen zu nehmen. Völlige Verwirrung! Ob der Fehler bei Beatty oder bei PricewaterhouseCoopers liegt, die für die Versiegelung und Aufbewahrung der Gewinnerbriefe zuständig sind, ist noch unbekannt. Möglich ist auch eine simple Verwechslung der Umschläge. Leonardo DiCaprio hatte den "Emma Stone"-Umschlag bei seiner Verkündung der "Besten Hauptdarstellerin" zuletzt mit von der Bühne genommen. Emma Stone selbst lässt verkünden, dass sie ihren Umschlag die ganze Zeit in der Hand gehabt habe.

Bis auf diese ganz bittere und unerwartete Pille zum Schluss lief der Abend für den Favoriten, der mit rekordhaften 14 Nominierungen ins Rennen ging, gut. Mit sechs Oscars erhielt "La La Land" die meisten Auszeichnungen, und mit dem Gewinn von Regisseur Damien Chazelle hat die Academy den mit 32 Jahren bislang jüngsten Filmemacher geehrt. Bei den Schauspielkategorien setzten sich mit Emma Stone für "La La Land", Viola Davis für "Fences", Mahershala Ali für "Moonlight" und Casey Affleck für "Manchester by the Sea" die Favoriten durch.

Die deutsche "Oscar"-Hoffnung "Toni Erdmann" ging ebenfalls wie erwartet leer aus. Zu Beginn der Preisverleihungssaison galt die Komödie von Maren Ade noch als großer Favorit, konnte dann aber bei den Golden Globes und den Britischen Filmpreisen ihren Triumph bei den Europäischen Filmpreisen nicht untermauern. Als dann noch eine Solidarisierung mit dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi einsetzte, der aus Protest gegen die Einreisepolitik der neuen US-Regierung seine Nichtanwesenheit bei der Preisverleihung angekündigt hatte, war es um die Chancen von "Toni Erdmann" gegenüber dem iranischen "The Salesman" noch schlechter bestellt.

Mit Spannung war erwartet worden, wie politisch Moderator Kimmel seinen Eröffnungsmonolog gestalten würde angesichts der noch stärker als sonst zu Tage tretenden Differenzen zwischen dem liberalen Hollywood und der teilweise ultra-rechten US-Regierung unter Donald Trump. Die Antwort: Ein bisschen. Jimmy feuerte ein paar Breitseiten gegen Trump ab, aber alles in einem leichtgewichtigen Ton.

Hier die vollständige Liste der Nominierungen und der Gewinner (gefettet und kursiv):


Bester Film:
"Arrival”
"Fences”
"Hacksaw Ridge”
"Hell or High Water”
"Hidden Figures”
"La La Land”
"Manchester by the Sea”
"Lion”
"Moonlight”

Bester fremdsprachiger Film:
"Ein Mann names Ove” (Schweden)
"Unter dem Sand" (Dänemark)
"Tanna” (Australien)
"The Salesman” (Iran)

"Toni Erdmann” (Deutschland)

Bester Animationsfilm:
"Kubo and the Two Strings”
"Moana”
"My Life as a Zucchini”
"The Red Turtle”
"Zootopia”

Bester Dokumentarfilm:
"Fuocoammare” (Italien)
"I Am Not Your Negro” (USA)
"Life Animated” (USA)
"OJ: Made in America” (USA)
"13th” (USA)

Beste Regie:
Denis Villeneuve ("Arrival”)
Mel Gibson ("Hacksaw Ridge”)
Damien Chazelle ("La La Land”)
Kenneth Lonergan ("Manchester by the Sea”)
Barry Jenkins ("Moonlight”)

Bestes Originaldrehbuch:
"Hell or High Water”
"La La Land”
"The Lobster”
"Manchester by the Sea”
"20th Century Women”

Bestes adaptiertes Drehbuch:
"Arrival”
"Fences”
"Hidden Figures”
"Lion”
"Moonlight”

Beste Hauptdarstellerin:
Isabelle Huppert ("Elle”)
Ruth Negga ("Loving”)
Natalie Portman ("Jackie”)
Emma Stone ("La La Land”)
Meryl Streep ("Florence Foster Jenkins”)

Bester Hauptdarsteller:
Casey Affleck ("Manchester by the Sea”)
Andrew Garfield ("Hacksaw Ridge”)
Ryan Gosling ("La La Land")
Viggo Mortensen ("Captain Fantastic”)
Denzel Washington ("Fences”)

Beste Nebendarstellerin:
Viola Davis ("Fences”)
Naomie Harris ("Moonlight”)
Nicole Kidman ("Lion”)
Octavia Spencer ("Hidden Figures”)
Michelle Williams ("Manchester by the Sea”)

Bester Nebendarsteller:
Mahershala Ali ("Moonlight”)
Jeff Bridges ("Hell or High Water”)
Lucas Hedges ("Manchester by the Sea”)
Dev Patel ("Lion”)
Michael Shannon ("Nocturnal Animals”)

Beste Kamera:
"Arrival”
"La La Land”
"Lion”
"Moonlight”
"Silence”

Beste Musik:
"Jackie”
"La La Land”
"Lion”
"Moonlight”
"Passengers”

Bester Song:
"Audition" ("La La Land")
"Can’t Stop the Feeling" ("Trolls")
"City of Stars" ("La La Land")
"Empty Chair" ("Jim: The James Foley Story")
"How Far I’ll Go" ("Moana" / "Vaiana")

Bester Schnitt:
"Arrival”
"Hacksaw Ridge”
"Hell or High Water”
"La La Land”
"Moonlight”

Beste Ausstattung:
"Arrival”
"Fantastic Beasts and Where to Find Them”
"Hail Caesar!”
"La La Land”
"Passengers”

Beste Kostüme:
"Allied”
"Fantastic Beasts and Where to Find Them”
"Florence Foster Jenkins”
"Jackie”
"La La Land”

Beste Maske:
"A Man Called Ove”
"Star Trek Beyond”
"Suicide Squad”

Beste Spezialeffekte:
"Deepwater Horizon”
"Doctor Strange”
"The Jungle Book”
"Kubo and the Two Strings”
"Rogue One”

Bester Tonschnitt:
"Arrival”
"Deep Water Horizon”
"Hacksaw Ridge”
"La La Land”
"Sully”

Beste Tonmischung:
"Arrival”
"Hacksaw Ridge”
"La La Land”
"Rogue One”
"13 Hours”

Bester Kurzfilm:
"Ennemis Interieurs”
"La Femme et le TGV”
"Silent Nights”
"Sing”
"Timecode”

Bester Animationskurzfilm:
"Blind Vaysha”
"Borrowed Time”
"Pear Cider and Cigarettes”
"Pearl”
"Piper”

Bester Dokumentarkurzfilm:
"Extremist”
"4.1 Miles”
"Joe’s Violin”
"Watani My Homeland”
"The White Helmets”



Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.