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Furious 7
Furious 7
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Fast & Furious 7 (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Eigentlich hätte der siebte Teil der Actionreihe bereits 2014 in die Kinos kommen sollen. Doch die Dreharbeiten des erfolgreichen Franchise wurden vom Tod eines der Hauptdarsteller überschattet. Am 30. November 2013 starb Paul Walker bei einem Autounfall. Wie umgehen mit Walkers Tod? Die Produzenten, zu denen auch Schauspieler Vin Diesel zählt, entschieden sich weiterzumachen. Nach einer längeren Unterbrechung sprangen Körperdouble, darunter auch Walkers Brüder Caleb und Cody, für den Verstorbenen ein. Den Rest erledigte der Computer – was man einigen Szenen auch ansieht. Eine schwere Entscheidung, bei der der finanzielle Aspekt eine wichtige Rolle gespielt haben dürfte. Die Produzenten wollen ihren Film aber auch als Tribut an die Fans verstanden wissen. Nicht zuletzt, um Walker ein Denkmal zu setzen. Eins vorab: Das ist gelungen. Dazu muss das Publikum jedoch ein weiteres Mal jegliche Ansprüche auf Logik an der Kinokasse abgeben.

Was 2001 als Film über illegale Straßenrennen um den Fahrer Dominic Toretto (Vin Diesel) und den verdeckten Ermittler Brian O'Conner (Paul Walker) begann, hat 14 Jahre später Ausmaße angenommen, die an weltumspannende Agententhriller und Heist-Movies erinnern. Die Handlung, die im Verlauf der Reihe immer abgedrehter und unrealistischer wurde, knüpft nahtlos an Teil sechs an. Und in puncto Übertreibung setzt Regisseur James Wan ("Saw", "The Conjuring") noch einen drauf.

Zum eh schon vollen Cast gesellen sich im siebten Teil auch noch Jason Statham, Kurt Russell und Djimon Hounsou hinzu. Dwayne Johnson als befreundeter DSS-Agent Hobbs darf natürlich auch nicht fehlen. Doch für so viele Charaktere ist selbst in über zwei Stunden Laufzeit kaum Platz. Und so sind die meisten Figuren nur Lückenbüßer. Hobbs bildet zumindest eine erzählerische Klammer, tritt am Anfang und am Ende der Geschichte in entscheidenden Momenten in Erscheinung. Russells Charakter hingegen heißt nicht nur Mr. Nobody, sondern taucht genau so unvermittelt auf, wie er sich wieder aus der Handlung stiehlt. Hounsous Figur wird viel zu spät als zweiter Bösewicht etabliert. Und Jason Statham taucht als eigentlicher Fiesling Deckard Shaw stets wie aus dem Nichts immer genau da auf, wo es die Spannungskurve gerade steigert. Erzählerisch ist das mehr als dürftig.

Doch das ist dem Regisseur egal. Denn darauf kommt es bei der Reihe nicht an. Wan stapelt erst gar nicht tief. Das Extrem hat bei ihm Methode. Vor allem, was die Action betrifft. Und so stürzen in "Fast & Furious 7" Autos über Aserbaidschan aus Flugzeugen oder fliegen in Abu Dhabi von Hochhaus zu Hochhaus. In einer atemberaubenden Szene rettet sich O'Conner von einem Bus, der über einem Abgrund hängt. Und am Ende legen Toretto und seine Crew schließlich die Innenstadt von Los Angeles in Schutt und Asche, wie es sonst nur Monster, Aliens oder Superhelden zustande bringen. Die Action ist so übertrieben, dass es selbst den Charakteren die Sprache verschlägt. Mehrfach äußern sie ihr Erstaunen, wie das gerade Gezeigte überhaupt funktionieren konnte.

Bei aller Übertreibung ist das handwerklich erstklassig gemacht, sauber geschnitten und stellenweise so rasant, dass sich selbst die Kamera überschlägt. Schauspielerisch reicht es jedoch nur zu ein paar markigen Sprüchen über Männlichkeit, Familie und Loyalität.

Fazit: Fans der Reihe und Liebhaber übertriebener, aber gut gemachter Action wird auch der siebte Teil gefallen. Paul Walkers Tod wurde gut aufgefangen. Ihm verbleiben genügend gute Szenen im Film. Wer auf Realismus steht, ist hier jedoch fehl am Platz.




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