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Fast & Furious 9
Fast & Furious 9
© Universal Pictures International

Kritik: Fast & Furious 9 (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die "Fast & Furious"-Reihe, die 2001 ihren Anfang nahm, gehört zu den erfolgreichsten Film-Franchises der Welt. Allein die beiden letzten Produktionen spielten zusammen fast drei Milliarden Dollar ein, hinzu kam der Erfolg des Spin-Offs "Hobbs and Shaw" mit über 750 Millionen Dollar. Mit Regisseur Justin Lin kehrte ein alter Bekannter zurück auf den Regiestuhl: der Taiwanese inszenierte bereits die Teile drei, vier, fünf und sechs.

Wer bislang seine Freude an den sinnfreien, heillos überzogenen Geschichten um PS, Testosteron und atemberaubenden Over-the-top-Stunts hatte, der wird wahrscheinlich auch bei der mittlerweile achten Auflage des Altbewährten auf seine Kosten kommen. Obwohl klar konstatiert werden muss: Mit dem Ursprungs-"Fast and the Furious" bzw. den ersten vier Filmen, hat dieses Werk mehr denn je nichts gemein. Spätestens ab Film Nummer Fünf verabschiedeten sich die Macher nämlich endgültig von der Realität und wahrhaftig anmutigen Szenarien mit zumindest etwas Glaubwürdigkeit. Es wurde in der Folge wilder, lauter, schneller und spektakulärer. Und das mit jedem weiteren Film.

Teil Neun bildet da keine Ausnahme, zumal die Logik wieder einmal des Öfteren über den Haufen geworfen wird. Vor allem in den Actionszenen und Verfolgungsjagden (Stichwort: Magnetismus). Die Gesetze der Schwerkraft gelten ebenso wenig wie die Liebe unter Familienmitgliedern. Im Zentrum des Films steht vor allem die Konkurrenz und Rivalität zwischen Dom und seinem Bruder, der vom finster drein schauenden Ex-Wrestler John Cena verkörpert wird. Dieser scheint im Film eine Art übermächtiger Superman zu sein, der alles kann: Er ist gleichzeitig Meisterdieb, Hochleistungsfahrer, Auftragskiller, Kampfsportler und Stuntman.

Darstellerisch sind dessen Fähigkeiten leider stark begrenzt und auch sein betont düster gehaltenes und übertrieben bedrohliches Auftreten (der beständig grimmige Blick) wirken eher lächerlich und zum Fremdschämen. Peinlich gestalten sich auch die Szenen, in denen Dom den liebenden, emotionalen Familienmenschen und sorgenden Vater gibt, der am Bett seines von Kuscheltieren umgebenen Sohnes sitzt und hohle, kitschige One-Liner wie "Ich werde immer in deinem Herzen sein" von sich gibt.

Immerhin liefert "Fast & Furious 9" nostalgischen Fan-Service: Es gibt ein Wiedersehen mit nahezu allen bekannten und beliebten Gesichtern sowie Protagonisten der Reihe (auch Helen Mirren als Magdalene "Queenie" Shaw ist wieder mit dabei), und es werden natürlich wieder zahllose Autos geschrottet. Diesmal unter anderem in Innenstädten und der urtümlichen, wilden Natur eines Dschungels.

Fazit: Der neue Teil der Endlos-Reihe präsentiert den gewohnten, mittlerweile stark abgenutzten Mix aus Action, Heist Movie und Street Racings. Die Dialoge sind platt, die Schauspieler in ihren Fähigkeiten begrenzt. "Fast & Furious"-Fans kommen aufgrund der rasend schnellen Autos und brachialen Action dennoch auf ihre Kosten.




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