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Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Wie schon "Black Panther" stellt "Shang Chi" eine Zäsur im MCU dar. Schließlich sind amerikanische Blockbuster und kostspielige Hollywood-Produktionen mit fast rein asiatischen Darstellern eine Seltenheit. In "Black Panther" bestand der Cast zu weiten Teilen aus afroamerikanischen Schauspielern. Hauptdarsteller Simu Liu feierte seinen internationalen Durchbruch in der kanadischen Comedy-Serie "Kim’s Convenience", die seit 2016 produziert wird.

Marvel verlässt mit "Shang-Chi" bewusst ausgetretene Pfade und etabliert einen weniger bekannten Helden, der erstmals in den frühen 70er-Jahren in einem Marvel-Comic auftauchte. Vor- oder Hintergrundwissen braucht der Zuschauer keines, dennoch gibt es kluge Querverweise zu dem ein oder anderen Film des MCU, die sich vor allem in der Figur des Mandarin (Shang-Chis Vater) manifestieren. Dieser war nämlich u.a. in "Iron Man 3" zu sehen.

Darüber hinaus gibt es hier endlich mal wieder starke, charismatische Frauenfiguren zu sehen, die mit Power und Willensstärke beeindrucken. Dies kam in den vergangenen Jahren in den Filmen des MCU nicht allzu oft vor (einmal von "Captain Marvel" abgesehen). Dazu zählen in "Shang-Chi" vor allem die Schwester der Hauptfigur, Xialing (Meng’er Zhang), und Michelle Yeoh als toughe, resolute Tante. Zudem versteht es der Film, die Rückblenden schlüssig in die Gegenwartshandlung einzubauen. In ihnen erklärt "Shang-Chi" die Geschichte und Hintergründe rund um die Ten Rings sowie Shang-Chis Vergangenheit und Ausbildung in China.

Die Stunts, Actionszenen und Kampfsequenzen sind beeindruckend und stark choreografiert, das wird schon zu Beginn deutlich. Durch die verlangsamten, entschleunigten Bewegungen und Fights kann man die Martial-Arts-Kunst richtig genießen und sich an der visuellen Opulenz erfreuen. Einziger, allerdings zu verschmerzender Nachteil ist die epische Laufzeit des Films von über 130 Minuten. Eine etwas knappere, straffere Lauflänge hätten der Dramaturgie und Handlung noch besser getan.

Fazit: Clever inszeniert, bildgewaltig in Szene gesetzt und mit spektakulären Stunts angereichert: "Shang-Chi" bringt frischen Wind ins MCU.




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