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Kritik: A Star Is Born (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"A Star Is Born" ist das Regiedebüt des Schauspielers Bradley Cooper ("Hangover", "American Sniper"). Das Drehbuch, das er gemeinsam mit Eric Roth und Will Fetters verfasst hat, basiert auf einer Geschichte, die bereits dreimal zuvor in den Jahren 1937, 1954 und 1976 verfilmt wurde. Erzählt wird darin vom verblassenden Ruhm eines Mannes sowie vom künstlerischen Durchbruch einer jungen Frau – und von der Liebe zwischen diesen beiden Menschen, die vom extremen Alkohol- und Drogenkonsum des Ex-Stars zunehmend überschattet wird. Cooper selbst hat dabei die männliche Hauptrolle übernommen und in der Pop-Sensation Lady Gaga die perfekte Leinwandpartnerin gefunden.

Während zu Beginn sehr präzise die jeweilige Situation der beiden zentralen Figuren eingefangen wird, gelingen in der stürmischen Phase des Kennenlernens ganz wunderbare Szenen, die von der eigentümlich-großartigen Chemie zwischen Cooper und Gaga leben: Der Country-Promi Jackson, der vor seinen Auftritten Tabletten einwirft und direkt danach an der Flasche hängt, und die souverän-couragierte, teilweise jedoch auch ziemlich introvertierte Ally, die sich als Kellnerin durchschlägt und nebenbei in einer kleinen Bar ihr gesangliches Können demonstriert, nähern sich in herrlichen Dialogen (etwa über Fake-Augenbrauen und Tiefkühlerbsen) an; auf dem nächtlichen Parkplatz eines Supermarktes kommt es sowohl zu humor- als auch gefühlvollen Momenten.

Die späteren gemeinsamen Konzert-Passagen sind ebenso mitreißend wie die Entwicklungen in der Beziehung von Jackson und Ally, die bald in eine Eheschließung mündet. Oft gelingt es dem Skript und der Inszenierung, Standardsituationen unerwartet aufzulösen (zum Beispiel durch den Einsatz eines Creme-Törtchens in einem beginnenden Streit und das herzhafte Lachen von Lady Gaga); zudem erzeugen Cooper und sein Kameramann Matthew Libatique ("Requiem for a Dream") immer wieder einnehmende Bilder.

Der (innere) Kampf und die Tragik, die vor allem das letzte Drittel des Films bestimmen, haben Wucht; Jacksons persönlicher Tiefpunkt bei einer Grammy-Verleihung und der anschließende Versuch eines Neustarts werden überzeugend vermittelt. "Es ist nicht deine Schuld, es ist eine Krankheit", sagt Ally an einer Stelle zu ihrem verzweifelten, süchtigen Ehemann. "A Star Is Born" ist ein Werk voller Empathie – und mit dem Mut, (über-)große Gefühle zuzulassen.

Fazit: Ein bestechend in Szene gesetztes, zugleich witziges und sehr trauriges Werk über Liebe und Musik, in dem Bradley Cooper und Lady Gaga als Paar brillieren. Dieser Film könnte in einigen Jahren als moderner Klassiker gelten!




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