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The Grand Budapest Hotel
The Grand Budapest Hotel
© 20th Century Fox

Kritik: The Grand Budapest Hotel (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Mit "Grand Budapest Hotel" durfte Regisseur Wes Anderson in diesem Jahr die 64. Berliner Filmfestspiele eröffnen und dies mit Sicherheit auch deswegen, weil der Film in Görlitz und den Potsdamer Babelsberg Studios gedreht wurde. Aber nicht nur: Insgesamt ist hier wirklich alles gelungen - angefangen beim Drehbuch, über Besetzung und Schauspiel, die Kameraführung, Kostüme, Maske, Requisite und Produktionsdesign bis hin natürlich zur Inszenierung. Sehr klar trägt die skurrile Komödie die Handschrift des Regisseurs: Sie hat einen an reale Orte erinnernden imaginären Schauplatz (hier: eine mondäne europäische Kurstadt, ähnlich Marien- oder Karlsbad, der Zwischenkriegszeit) und wirkt in ihrer Verspieltheit, mit den überdeutlichen Kamerabewegungen und ihrer fast manischen Konzentration auf jedes noch so kleine Detail in Architektur, Kostüm und Requisiten (in positivem Sinne) überinszeniert.

Die eigentliche Handlung fasst Anderson in gleich zwei zeitliche Rahmen: Der Film beginnt irgendwann Ende der 1980er Jahre, springt dann ins Jahr 1968 und landet schließlich in seiner eigentlichen Erzählzeit, den 1930er Jahren. Und schon hier, in diesen Anfangsszenen, zeigt sich Andersons Detailverliebtheit: Auch wenn es den meisten Kinogängern überhaupt nicht auffallen wird, hat der Regisseur für jede Erzählzeit ein anderes Bildformat gewählt. Zudem zeigen gerade die ersten Bilder von dem Hotel und Hauptfigur Gustave eine überdeutliche Symmetrie. Und ein weiteres Detail: Passend zum zeitlichen Setting erinnert der Humor in weiten Teilen an Screwball-, bzw. Ernst-Lubitsch-Komödien der 1930er Jahre, mit einem kleinen Schuss Slapstick.

Ralph Fiennes in der Hauptrolle, spielt so gut wie lange nicht mehr und auch Tony Revolori in der zweiten Hauptrolle liefert eine großartige Leistung ab. Ähnlich die Nebendarsteller, unter anderem die unter ihrer Maske kaum erkennbare Tilda Swinton.

So bleibt zu sagen: Für Actionfanatiker und Freunde platten Hau-Drauf-Humors ist die Komödie sicher nichts, auch wer schon frühere Anderson-Filme nicht leiden konnte, sollte diesen natürlich meiden. Allen anderen aber, vor allem Arthouse-Freunden, sei "Grand Budapest Hotel" ans Herz gelegt, denn es handelt sich hier tatsächlich um einen Film im wahrsten Sinne - ein komplett durchdachtes Meisterwerk, bei dem jedes Bild stimmt.

Fazit: Skurrile, in positivem Sinne überinszenierte Komödie, in der von Besetzung bis Szenenbild wirklich alles stimmt.





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