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Avengers: Endgame
Avengers: Endgame
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Avengers: Endgame (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Den jüngsten Kartenvorbestellungs-Statistiken nach zu urteilen, könnte "Endgame" den unglaublichen Erfolg des Vorgängers "Infinity War" aus dem Jahr 2018 sogar noch toppen. Dieser steht heute auf Rang vier der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und lockte allein in Deutschland fast 3,5 Millionen Besucher in die Kinos. Wie schon "Infinity War" wurde auch "Endgame" von Anthony und Joe Russo inszeniert. Bei den ersten beiden "Avengers"-Filmen führte noch Joss Whedon Regie.

Fans können durchatmen: Elf Jahre nach "Iron Man", dem ersten Film des Marvel Cinematic Universe, bringen die Russo-Brüder Phase drei des MCU-Franchise zu einem zufriedenstellenden Ende. All die über Jahre in über 20 Filmen eingeführten Figuren, all die unzähligen Handlungsstränge und Ereignisse werden nun zusammengeführt und finden sich in einem 180-minütigen Epos wieder, das anders ist alle bisherigen Marvel-Blockbuster. Und das ist durchaus positiv gemeint.

Die erste offensichtliche Änderung, gerade zum Effekte-Bombast von "Inifinity War": "Endgame" schaltet einen Gang runter, es geht - vor allem in den ersten 40 Minuten - gemächlicher, nachdenklicher und vor allem düsterer zu. Das liegt daran, dass dem Zuschauer konsequent die Folgen der Zerstörungen durch Thanos vor Augen geführt werden. Die Szenen der leer gefegten Straßen, zerstörten Häuser und der in Selbsthilfegruppen zusammen kommenden Hinterbliebenen und Opfer-Angehörigen sorgen für Schwermut. Und: Sie thematisieren und visualisieren wie in keinem anderen MCU-Film zuvor Themen wie Verlust, Tod und Niederlage auf bedrückende Weise.

Das heißt aber nicht, dass in "Endgame" nicht auch gelacht werden darf. Denn gerade der Mittelteil profitiert von zahlreichen gelungenen Gags und anspielungsreichen Pointen. Überhaupt der Humor: Er ist eine der großen Stärken des Films, nicht zuletzt weil die Helden hier immer wieder viel Selbstironie beweisen und sich nicht allzu ernst nehmen - allen voran Thor. Wenig überraschend verläuft hingegen das Finale, das den gewohnten, bildgewaltigen Endkampf bietet und sich in Sachen Stimmung und Opulenz leider nur wenig vom Schlussdrittel in "Infinity War" unterscheidet. Ein paar kleinere weitere Schwächen - etwa dass Captain Marvels Rolle viel zu gering und unbedeutend ausfällt -, sind aufgrund der ausgewogenen Mischung aus Witz, Action, Wehmut und Melancholie aber in jedem Fall zu verschmerzen.

Fazit: Die Rächer treten ab, und eine filmhistorische Epoche endet: "Avengers: Endgame" überrascht mit einem großartigen, von düsterer Weltuntergangsstimmung durchzogenen Auftakt und liefert darüber hinaus einen stimmigen, starken Mix aus gewohnter Bildgewalt und reichlich Humor.




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