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Fifty Shades of Grey
Fifty Shades of Grey
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Fifty Shades of Grey (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die Buch-Triloge "Fifty Shades of Grey" kennt jede Hausfrau. Der ursrpüngliche Text von Erika Leonard erschien als Fan-Fiction auf einer Internetseite zur "Twilight"-Trilogie. Nach minimalen Änderungen hat die Autorin die Geschichte unter dem Pseudonym E. L. James als Buch veröffentlicht. Man merkt der Erzählung an, dass James keine Ahnung von Sadomasochismus hat. Der Weltbestseller "Fifty Shades of Grey" ist somit keine ersthafte Literatur zum Thema BDSM, sondern ein tivialer Vertreter des "Mommy's Porn".

Die Fantasie von E. L. James speist sich einerseits aus Männerträumen, wie man sie in alten James Bond Filmen oder in Playboy Heften findet. Die weibliche Perspektive wird von Romantikvorstellungen aus einschlägigen Groschenromanen und Soap-Operas abgedeckt. Dementsprechend niedrig hing die Meßlatte für eine gelungene Verfilmung des Bestsellers. Und tatsächlich ist es der britischen Regisseurin Sam Taylor-Wood gelungen, aus einem schlechten Buch einen ähnlich schlechten Film zu kreieren.

Der Film "Fifty Shades of Gey" bedient sich einer kalten, glatten Werbefilmästhetik. Stahl, Glas und blau-graue Krawatten bestimmen die Welt es Erfolgsmenschen Christian Grey. Er hat alles: Ein komfortables Luxusapartement inklusive Spielzimmer für gepflegte SM-Sessions, einen privaten Fuhrpark und einen Firmenhelikopter. Selbst seine Bleistifte sind graufarben und mit "Grey" beschriftet. Mit einem solchen reibt sich Anstasia sinnlich ihre Lippen, während sie an der Uni an ihren so eleganten, wie arroganten Verführer denkt.

Wenn auf einmal bei dem eiskalten Herrn Grey romantische Gefühlsregungen einsetzen, setzt der unwiderstehliche Mover und Shaker sich nachts splitternackt an sein edles Bechstein-Klavier und spielt vor der imposanten Skyline von Seattle eine traurige Melodie. Wenn es dann Ernst wird, weil das SM-Spiel beginnt, findet der Film dafür Bilder, wie man sie inzwischen aus jeder sich ein wenig verrucht gebenen Perfumwerbung her kennt.

Als der Unschuldsengel Anastasia Spaß an den bösen Spielen des Herrn Grey zu finden beginnt, kommentiert Christian dies süffisant grinsend und selbstverliebt mit dem Spruch: "Welcome to my world!" - An solchen Stellen setzte bei der Pressevorführung auf der Berlinale starker Szenenapplaus an - natürlich nicht, weil es gut ist, sondern weil es so schlecht ist, dass es schon wieder großen Spaß bereitet.

Fazit: "Fifty Shades of Grey" ist sehr unterhaltsam, wenn man dem Film mit Humor begegnet. Ansonsten verschwendet man bei diesem Machwerk nur seine Zeit.




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