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Captain Marvel
Captain Marvel
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Captain Marvel (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Captain Marvel" ist nach dem hochdramatischen "Avengers: Infinity War" und dem eher spaßigen "Ant-Man and the Wasp" das neue Werk aus dem Marvel Cinematic Universe – und zugleich (nach 20 Filmen!) der erste Leinwand-Vertreter mit einer weiblichen Figur im Zentrum. Das Regie-Duo Anna Boden und Ryan Fleck, das gemeinsam etwa auch schon die Coming-of-Age-Tragikomödie "It's Kind of a Funny Story" (2010) geschrieben und in Szene gesetzt hat, hat das Drehbuch zusammen mit Geneva Robertson-Dworet verfasst und liefert eine vergleichsweise konventionelle Geschichte, die jedoch mit einigen guten Ideen sowie mit gelungener Buddy-Komik und einem weitgehend überzeugenden Ensemble umgesetzt wurde.

An die Wucht von "Black Panther" (2018) oder die Kraft des DC-Konkurrenz-Abenteuers "Wonder Woman" (2017) vermag "Captain Marvel" nicht heranzureichen; ein höheres Niveau als die übliche Blockbuster-Ware aus Hollywood hat die Comicverfilmung in puncto Figurenzeichnung, Humor und Visualisierung aber dennoch zu bieten. Eindrücklich ist etwa, wie die Vergangenheit der Protagonistin nicht im allzu bekannten Stil einer origin story in Etappen abgearbeitet, sondern im zunächst verrätselten Schnelldurchlauf eingefangen wird, wenn der unter Gedächtnisverlust leidenden jungen Frau sämtliche Erinnerungen entlockt werden sollen. Wenn Vers beziehungsweise Carol vom Kree-Planeten Hala auf der Erde – in den USA der 1990er Jahre – landet, beginnt nicht nur ein witziges Feuerwerk an popkulturellen Referenzen, es bildet sich auch ein äußerst sympathisches Duo: Die Heldin und der zukünftige Avengers-Gründer Nick Fury schließen sich bald zusammen – und dabei profitiert der Film ungemein von der Chemie zwischen Brie Larson ("Raum") und Samuel L. Jackson. Auch weitere Freundschaften werden im Laufe des Plots vertieft und geben dem event movie die nötige Seele.

Die Gestaltung der Actionsequenzen ist routiniert; mit der (vermeintlichen) Katze Goose wird ein hübscher running gag etabliert. Wirklich stark ist "Captain Marvel" hingegen immer dann, wenn es um die Figuren, ihre Beziehungen und ihre Entwicklung geht – wenn die Titelheldin zum Beispiel erkennt, dass sie es nicht nötig hat, etwas zu beweisen. Auf ihre kommenden Auftritte im MCU darf man sich jedenfalls freuen.

Fazit: Eine Comicverfilmung mit solider Story und Action, die von ihren Figuren und der humorvollen Interaktion zwischen ihnen über den Durchschnitt hinausgehoben wird.




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